Der Präsident des Sparkassenverbands Bayern, Ulrich Reuter, hofft bis zu 30% der Vorjahresverluste im laufenden Jahr wieder reinzuholen.
Nach den starken Abschreibungen auf ihre Eigenanlagen im vergangenen Jahr steuern die bayerischen Sparkassen nun auf Zuschreibungen von bis zu einer halben Milliarde Euro zu. Das hat Ulrich Reuter, Präsident des Sparkassenverbands Bayern, in Interview angedeutet. Beim neuen Krisenherd Immobilienkredite erwartet er keine signifikanten Ausfälle. Die Abflüsse bei Kundeneinlagen bezifferte er trotz des harten Zinswettbewerbs auf unter 5%.
Am Immobilienmarkt machen sich die hohen Zinsen bereits negativ bemerkbar. Teure Finanzierungen drücken auf die Nachfrage und Preise. LBBW, BayernLB, NordLB und Helaba haben im ersten Halbjahr dieses Jahres rund 400 Millionen an Risikovorsorge für Gewerbeimmobilien gebildet. Reuter zufolge dürften die Sparkassen hier weniger unter Druck geraten. Weder bei Immobilien- noch bei Unternehmenskrediten sieht er signifikante Ausfälle.
Schwieriger ist die Lage beim Neugeschäft der privaten Immobilienfinanzierung, das bei den bayerischen Sparkassen in den ersten neun Monaten um die Hälfte gegenüber dem Vorjahreszeitraum eingebrochen ist. Es habe eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau eingesetzt, so Reuter. Er rechnet mit einem verhaltenen Neugeschäft bis zur Mitte des kommenden Jahres.
Spürbar werden höhere Lebenshaltungskosten im Kombination mit starkem Zinswettbewerb auch bei den Einlagen, wenn auch nur moderat. “Die Einlagen der bayerischen Sparkassen haben sich in den ersten acht Monaten um deutlich weniger als 5% reduziert”, sagte Reuter.