In der Bilanz des Treffens in Neu Delhi schlagen die nach zähem Ringen erreichte Erklärung zum Thema Ukraine und die Aufnahme der Afrikanischen Union zu Buche. Nun hat Brasilien den Vorsitz der Gruppe übernommen. Warum sich der Westen dennoch neu aufstellen muss.
Der zweite G20-Gipfel im Schatten des russischen Angriffskriegs in der Ukraine ist am Sonntag zu Ende gegangen. Was hat er gebracht? Gastgeber Indien konnte ein Scheitern des Treffens der führenden Industrie- und Schwellenländer verhindern. Und gleichzeitig, vor allem mit der Aufnahme der Afrikanischen Union in den Kreis, auch einen symbolischen Schritt im Hinblick auf das Gewicht von Entwicklungs- und Schwellenländern in der Welt markieren.
Russlands Präsident Wladimir Putin war nicht nach Indien gereist. Doch Russlands Außenminister Sergej Lawrow konnte doch einen Erfolg mit nach Hause nehmen: Russland ist nicht mehr so isoliert wie vor einem Jahr. Der Rückhalt aus China schwebt über den Beschlüssen. Denn ebenfalls im Sinne Russlands gibt es den G20-Aufruf, die „unverzügliche und ungehinderte Lieferung von Getreide, Lebensmitteln und Düngemitteln/Zusätzen von der Russischen Föderation und der Ukraine“ zu gewährleisten. Moskau fordert für seinen Export von Agrarprodukten eine Lockerung der westlichen Sanktionen gegen Russland.
Einen Triumph wiederum von EU, den USA und einigen anderen Partnern ist das vereinbarte Infrastrukturvorhaben als Antwort auf China: Ein riesiges Schienen- und Schifffahrtsprojekt soll Europa, den Nahen Osten und Indien besser miteinander verbinden. Es ist eine klare eine Antwort auf Chinas „Neue Seidenstraße“ und damit eine Kampfansage an die wirtschaftliche Vormachtstellung Pekings.
Kanzler Olaf Scholz gab sich zufrieden. Was soll der SPD-Regierungschef auch sagen? Für Deutschland und den Westen sind Gespräche, die stattfinden, immer ein erster Schritt. Und das ist gelungen. Doch klar wurde auch: Die internationale Vormachtstellung des Westens ist nicht automatisch mehr gegeben. Vielmehr sind es mittlerweile Staaten wie Gastgeber Indien, Indonesien oder Brasilien, die international nach vorne drängen.
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