Ein 31-Jähriger tötet zwei Spaziergänger und zwei eintreffende Polizeibeamten. Der Fall zeigt: Japan hat ein Problem mit einer kleinen Gruppe von Außenseitern, die in ihrem Frust eine zerstörerische Energie entwickeln. Thomas Hahn berichtet aus Tokio.
Masanori A. schien zu lachen, als er die Polizisten erschoss. Das berichtet der Sender NHK mit Verweis auf Zeugenaussagen, und das ist ein weiteres bizarres Detail dieser ohnehin schon bizarren Bluttat von Nakano in der japanischen Präfektur Nagano.
Es war doch eigentlich wieder gar nichts los am Freitagnachmittag in der Gegend rund um das Bauernhaus, in dem A. mit seinen Eltern und seiner Tante lebte. Außer, dass zwei ältere Frauen im ländlichen Stadtteil Ebe auf der schmalen Straße, die an den Feldern vorbeiführt, wie üblich ihren Spaziergang machten.
Aber dann sah ein Nachbar, der in seinem Garten arbeitete, wie eine der Spaziergängerinnen rannte, wie Masanori A., 31, sie einholte und mit einem Messer mehrmals auf sie einstach. Ein anderer Mann, der gerade in der Nähe war, versuchte, die Frau wiederzubeleben, als ein Polizeiauto eintraf. Er sah Masanori A. mit einem Jagdgewehr. A. feuerte ins Auto.
Masanori A. gab zwar auf, nachdem er sich zwölf Stunden im Haus der Familie verschanzt hatte. Die Zeitungberichtet, sein Vater, ein bekannter Stadtpolitiker, habe mit ihm gesprochen. A. soll dabei gesagt haben:"Ich dachte, dass die Leute schlecht über mich reden, weil ich immer allein war. Ich dachte dabei an eine bestimmte Frau, also habe ich sie erstochen." Aber das erklärt ja nicht wirklich diese extreme Gewalt.
Japan ist eigentlich ein sicheres Land. Strenge Waffengesetze tragen dazu bei, sicher auch die Erziehung der Einheimischen zu Bürgerinnen und Bürgern, die sich leise im Strom der Kollektivgesellschaft bewegen. Niemand soll stören, jeder und jede klaglos die zugewiesene Rolle erfüllen. Fast alle tun das auch. Aber wer nicht mitschwimmen kann im Strom, wer aneckt, kann sich hier sehr einsam fühlen.
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