Landwirtschaft und Ernährungssicherheit: Gift aus dem Ausland

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Kleinbauern in Uganda verwenden Pestizide, die in Europa verboten sind. Nun will Deutschland auch deren Export untersagen. Welche Folgen hätte das?

Faustine Mugalula versprüht Insektizide, ohne Schutzkleidung. Aber sie steigern seine Erträge Foto: Isaac KasamaniSimone Schlindwein Aus kampala, 8.1.2023, 15:31 Uhr

Seit sieben Jahren sprühe er, sagt er und erzählt, wie es dazu kam. Ein Vertreter einer Firma kam ins Dorf und erklärte ihnen, dass die Pflanzen mit Chemikalien besser wachsen. Einer von Mugalulus Nachbarn kaufte sich spontan eine Flasche und seine Ernte war sehr gut. Das hat ihn überzeugt und deshalb fährt Mugalulu regelmäßig nach Kampala, um dort das Pflanzenschutzmittel zu besorgen.

Sprühflaschen und Tanks im Angebot. Ein Geschäft in der „Container City“ von Kampala Foto: Isaac Kasamani Auf der Liste der in Uganda zugelassenen Pestizide stehen 109 Namen, die legal eingeführt werden dürfen, zum Teil sind das giftige und gefährliche Wirkstoffe. 39 davon stammen von deutschen Herstellern, darunter sind die Chemie-Giganten Bayer und BASF, aber auch kleinere Unternehmen. Sie liefern Pflanzenschutzmittel, die zum Teil in der EU nicht mehr zugelassen sind. Darunter beispielsweise das Fungizid Mancozeb von Bayer oder der Wirkstoff Friponil von BASF.

Doch daraus wird womöglich nichts werden. „Es geht nicht an, dass wir nach wie vor Pestizide produzieren und exportieren, die wir bei uns mit Blick auf die Gesundheit der Menschen zu recht verboten haben“, erklärte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir von den Grünen im September. Mit einer neuen Verordnung wolle er das im Koalitionsvertrag vorgesehene Ausfuhrverbot umsetzen.

In der Bude, wo Mugalula immer einkauft, sitzt die Verkäuferin mit ihrem Baby auf dem Schoß. Hannah Balinda heißt sie, 26 Jahre alt, um sie herum türmen sich bis unter die Decke Plastikflaschen mit dem Warnhinweis „giftig“. Die meisten sind von indischen und chinesischen Herstellern, die billige Generika anbieten. An der Wand hinter ihr hängen einige Gummihandschuhe und Atemschutzmasken.

In Comic-artigen Bildern und Fotos ist in dem Handbuch erklärt, für was welches Produkt wie angewendet werden soll – und welche Schutzkleidung vorgesehen ist: Handschuhe, Ganzkörper-Schutzanzug, Schutzbrille, Gummistiefel, Mütze; sowie der Hinweis, dass man sich nach der Anwendung duschen und die Schutzkleidung waschen soll. „Wir wollen ja nicht, dass die Bauern sterben, wenn sie unsere Produkte anwenden“, sagt Ambrose und lacht: „Das wäre nicht gut für das Image.

Sowohl Bayer als auch BASF argumentieren, dass allein die Tatsache, dass ein Pflanzenschutzmittel nicht in der EU zugelassen sei, nichts über dessen Sicherheit aussage. „Auch viele andere Zulassungsbehörden auf der ganzen Welt verfügen über sehr robuste und hochentwickelte Regulierungssysteme zum Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt“, so die Bayer-Pressestelle.

Auf der Importliste findet sich eine weitere Telefonnummer von Agafam. Der Ugander, der ran geht, will seinen Namen nicht nennen. „Ich habe nur meine Kontaktdaten für die Lizenz hergegeben – mit Chemikalien habe ich selbst nichts zu tun“, sagt er. Per SMS schickt er die Telefonnummer von der Bayer East Africa, einer Tochterfirma mit Sitz im benachbarten Kenia, von wo aus die ganze Region beliefert wird.

Unter seinen Kunden seien nur wenige Lebensmittelproduzenten, sagt er. Doch auch für diese sei die Anwendung deutscher Pestizide wesentlich: „Unsere Mittel sind für die Ernährungssicherheit in Uganda von zentraler Bedeutung“, sagt Singh. Bei der Frage, welche Folgen ein Exportverbot bestimmter Wirkstoffe für sein Unternehmen habe, macht er große Augen. Davon habe er noch nichts gehört. Und er findet ein solches Verbot falsch.

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