Wie stark ist die russische Opposition? Dissident Leonid Wolkow über Kriegsmüdigkeit und den in Isolationshaft sitzenden Kremlkritiker Alexei Nawalny.
Leonid Wolkow bei einer Solidaritätsaktion für Alexei Nawalny Ende Januar in Berlin Foto: Piotr PietrusLeonid Wolkow: Nicht gut. Nachdem er den Giftanschlag knapp überlebt hat, sitzt er seit Januar 2021 wieder in Haft. Er befindet sich derzeit im Straflager Nr. 6 in Melechowo, etwa 200 Kilometer östlich von Moskau. Seit Mitte August 2022 ist er dort isoliert und in eine winzige Strafzelle gesperrt. Sie ist 2,5 mal 3 Meter groß, ein Zwinger.
Sie sprachen mit Irina Scherbakowa kürzlich auf der Frankfurter Buchmesse. Sie alle sind inzwischen im Exil und rufen als russische Bürger dazu auf, die Ukraine zu unterstützen. Glauben Sie, man kann das Putin-Regime dort militärisch stoppen? Der Militärapparat erhält freiwillig keine Unterstützung aus der Gesellschaft. Die Armee ist ineffektiv, hat hohe Verluste. Ihre Waffensysteme sind brutal. Aber was haben sie erreicht? Zehntausende Tote, ein zerstörtes, entvölkertes und besetztes Gebiet im Osten von geringer strategischer Bedeutung. Dafür wurden unglaublich große Ressourcen verwendet.
Ich verstehe das deutsche Zögern im Hinblick auf die Geschichte. Wegen der Vergangenheit und des Zweiten Weltkriegs. Es berührt das deutsche Selbstverständnis. Aber wir leben nicht in der Vergangenheit. Der Krieg ist da. Putin muss in der Ukraine gestoppt werden. Putin ist Opfer seiner eigenen Propaganda. Er glaubt, was er sieht und glauben will. Er hätte schon Probleme, selbstständig im Internet etwas zu recherchieren. Er bekommt seine Informationen gefiltert in roten Mappen. Sie enthalten nur das, was er hören mag und was man sich ihm zuzumuten traut. So kam er auch auf die Idee, die Ukraine würde auf ihn und seine russische Armee warten und die alte Sowjetunion wiederhaben wollen.
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