Drei Frauen und drei Männer sollen die 17-jährige Dilan S angegriffen haben. Recherchen zeigen, dass sie Teil einer rechtsoffenen Kneipenszene sind. Ein Text von garethmetik.
Hielt nach dem rassistischen Angriff eine Rede bei einer Demo: die damals 17-jährige Dilan S Foto: Annette Riedl/dpa/picture alliance
Einige der Angeklagten haben sich nach der großen Aufmerksamkeit selbst in den sozialen Medien geäußert. Dort stritten zumindest drei von ihnen alles ab, teilweise auf Facebook. Zwei waren auch zu Gast in einem Youtube-Format und behaupteten dort, dass sie weder Nazis seien noch S. geschlagen hätten. Eine ominöse weitere und unbeteiligte Passantin habe S. angegriffen.
Erst auf dem zweiten Blick spricht die Kneipe ein rechtes Publikum an: Wie in einigen Kneipen der Gegend sind Fanutensilien des Ostberliner Fußballvereins BFC Dynamo aufgehängt, ein vor allem für rechte Hooligans berüchtigter Regionalligist. Auf einem Sticker am Tresen steht „Dynamo Hooligans“, ein anderer beschimpft den fußballerischen Erzfeind Union Berlin als „Fotzen“.
An dem Abend, als die taz vor Ort ist, ist Jennifer G. in keiner der beiden Kneipen anzutreffen. Dafür sind aber zwei weitere Angeklagte in der Ariya Lounge: Der 52-jährige René H. sitzt mit Basecap auf der Glatze vor dem Tresen. Seine Partnerin, Jenny M., 24 Jahre, längere dunkle Haare, steht dahinter. Auch die beiden sind auf einem Video vom Vorfall zu sehen, das Dilan S. nach dem Angriff gefilmt hat.
Damals sei L. mit zwei Freunden, einer davon migrantisch gelesen, spätnachts in der an die Ecke der Ariya Lounge angrenzenden Thomas-Mann-Straße unterwegs gewesen. Aus dem Nichts seien sie von der gegenüber liegenden Straßenseite bepöbelt worden, schildert L. Dort sei der nun angeklagte René H. gewesen und habe geschrien: „Scheiß K*****, raus aus meinem Land!“ Daraufhin habe L. dem Mann den Mittelfinger gezeigt und die Situation sei eskaliert.
Auch die antifaschistische Initiative hinter der „Schaut-Nicht-Weg!“-Kampagne ordnet die Angriffe klar rechts ein und kann aufgrund ihrer jahrelangen antifaschistischen Recherchen erklären, warum rechte Strukturen hier derart etabliert sind: „Der Kiez rund um die Greifwalder Straße, das Hanns-Eisler-Viertel und der Erich-Weinert-Kiez, waren in den 90er Jahren eine Hochburg der Freiheitlichen Arbeiter Partei .
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