Fast 600 Medikamente sind derzeit Mangelware, darunter Antibiotika, Schmerz- und Krebsmittel. Wieso wir noch immer mit Engpässen leben müssen. Und weshalb Österreich alles noch schlimmer macht.
Da wäre zum Beispiel Montelukast, ein Medikament für Asthmatiker; oder Duloxetin gegen Angststörungen; oder Metformin zur Behandlung von Diabetes Typ 2. Die Präparate, so verschieden sie sind, haben eines gemeinsam: Sie sind Mangelware.
Weshalb sind wir noch immer mit Engpässen konfrontiert? Immerhin wurde eine eigene Task Force zur Eindämmung von Vertriebseinschränkungen ins Leben gerufen. Die Arbeitsgruppe erstellte bereits im Frühjahr eine Bevorratungsliste: eine Aufstellung kritischer Medikamente, welche die Pharmabranche auf Lager legen soll. Die Liste umfasst 50 Wirkstoffe, die in 711 Packungsvarianten enthalten sind. In Summe sollen rund zehn Millionen Medikamentenpackungen gehortet werden.
Und noch eine zweite Novelle steht ins Haus: Dabei geht es um eine Art Einheitspreis, der sich an einer bestimmten Dosierung eines Medikaments orientiert, der sogenannten „Schlüsselstärke“. Auch höher dosierte Varianten desselben Produkts mit mehr Wirkstoffgehalt dürfen künftig nicht teurer sein.
Ist es aber nicht absurd, dass es Improvisation braucht, um die Versorgung mit Medikamenten sicherzustellen? Dass es so weit gekommen ist, liegt an jahrzehntelangen Fehlentwicklungen. Medikamentenknappheit ist daher keineswegs ein neues Problem: In den vergangenen 15 Jahren kam es im EU-Raum in Summe zu mehr als 100.000 Engpässen. Zuletzt hat sich die Lage bloß noch verschärft: Allein zwischen 2017 und 2019 stiegen Meldungen über Fehlbestände um 60 Prozent an.
Chinas und Indiens Aufstieg zu Zentren der Medikamentenerzeugung begann schon in den 1960er- und 1970er-Jahren. Die aufstrebenden Ökonomien etablierten eigene Produktionskapazitäten. Eines der Ziele entbehrt aus heutiger Sicht nicht einer gewissen Ironie: Asien wollte unabhängiger von europäischen Arzneimitteln werden.
Viele der wichtigsten Medikamente auf der Erde werden heute gerade von einer Handvoll Firmen produziert. Das trifft auf Paracetamol zu, das in populären Marken wie Thomapyrin und Mexalen enthalten ist. Für Penicilline gibt es weltweit fünf Werke, vier davon sind in China – eines in Österreich: Sandoz im Tiroler Kundl, das nun Europas einziger Hersteller oraler Antibiotika auf Penicillinbasis ist.
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