Die Ökonomin Fiona Scott Morton hat an den renommiertesten Unis der USA studiert und geforscht und Konzerne wie Apple beraten. Den Posten der Chefökonomin für Wettbewerb in der EU-Kommission tritt sie nun nicht an – weil sie den falschen Pass hat.
Die professionellen Lebensläufe von Pierre Régibeau und Fiona Scott Morton unterscheiden sich nicht fundamental. Beide sind Volkswirte, beide haben an renommierten amerikanischen Universitäten studiert und geforscht - Berkeley, MIT, Stanford, Yale. Beide sind anerkannte Experten für Industriepolitik, Kartellrecht und Handel. Beide haben, wie das üblich ist, ihre Expertise zu Geld gemacht und Großkonzerne bei Wettbewerbsverfahren beraten.
Einen wichtigen Unterschied gibt es allerdings - den Pass. Régibeau ist Belgier, Fiona Scott Morton ist Amerikanerin. Und deswegen bekommt sie nun den Job nicht, den er derzeit noch innehat: Chefökonom der"DG Competition", der äußerst mächtigen Wettbewerbsbehörde der EU-Kommission, die über Firmenzusammenschlüsse und allerlei andere geschäftsrelevante Dinge in Europa entscheidet.
Nun ist"Kontroverse" ein niedliches Wort für das, was passiert ist."Aufschrei" träfe es besser oder"Revolte". Eine Amerikanerin auf einem der wichtigsten wirtschaftspolitischen Posten der EU? Noch dazu eine, die für amerikanische Big-Tech-Kraken gearbeitet hat, bei deren Regulierung sie künftig in ihrem neuen Amt mitzureden hätte?, schallte es aus Paris.
Andere Leute sehen Scott Morton dagegen eher als kollaterales Opfer von Macrons Drängen auf"strategische Autonomie" der EU - sprich: auf mehr Unabhängigkeit von Amerika. Strategische Autonomie beinhalte auch"Autonomie des Denkens", sagte der französische Präsident am Dienstag. Dazu ist eine Yale-Professorin, die zugleich amerikanische Staatsbürgerin ist, seiner Ansicht nach offenbar nicht in der Lage.
Eine dritte Interpretation schließlich sieht als wahres Ziel der Aufregung die deutsche Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Ihr sehr enges Verhältnis zur amerikanischen Regierung und zu Präsident Joe Biden ist einigen EU-Ländern ein Dorn im Auge, vor allem denen, die sich in der europäischen Politik gegenüber China mehr Abstand zu Washington wünschen.
Italia Ultime Notizie, Italia Notizie
Similar News:Puoi anche leggere notizie simili a questa che abbiamo raccolto da altre fonti di notizie.
Designierte EU-Chefökonomin gibt aufBevor sie ihren Posten in der EU-Generaldirektion Wettbewerb antreten konnte, macht die US-Wirtschaftsexpertin Scott Morton einen Rückzieher: Kritiker hatten mögliche Interessenkonflikte befürchtet.
Leggi di più »
Harry Kane: Verrät dieses Detail schon seinen Bayern-Wechsel?Foto aus der Tottenham-Kabine - Verrät dieses Detail schon Kanes Bayern-Wechsel? BILDSport
Leggi di più »
It's called soccerNach Lionel Messi zieht es auch Sergio Busquets zu Inter Miami in die MLS, bei der Frauen-Weltmeisterschaft gelten die US-Amerikanerinnen als heißer Mitfavorit. Dabei ist Fußball in den USA doch gar nicht ernst zu nehmen. Oder? (C)
Leggi di più »
Laimer: 'Das macht nicht mehr den ganz großen Unterschied'Konrad Laimer ist angekommen beim FC Bayern und laut Uli Hoeneß ein ganz toller Transfer. Was die Bayern bekommen, erklärt der Spieler selbst.
Leggi di più »
Amerikaner Tom Stucker fliegt mehr als 37 Millionen Kilometer: „Ich vergrößere den Fußabdruck nicht“Der Amerikaner TomStucker ist rekordverdächtige 12.000 Mal geflogen. Unter Flugzeug-Fans ist er eine Ikone, in den sozialen Medien wird aber auch die Kritik lauter. Fliegen Klima
Leggi di più »