In ihrem Buch über den Kampf der Frauen im Iran listet GildaSahebi 489 Tote auf. In „Unser Schwert ist Liebe“ geht es aber vor allem um das Leben. Ein Interview.
Exil lebte, mit sieben und mit 14 Jahren waren Sie die beiden letzten Male zu Besuch im Iran. Sie schildern eine Szene, in der ein uniformierter Mann Sie anherrschte, Sie würden das Kopftuch nicht richtig tragen und Ihre Tante Sie unter Entschuldigungen aus der Situation rettete. Das liest sich gespenstisch, weil man an die 22-jährige Jina Mahsa Amini denken muss, die ja auch nur das Kopftuch nicht „richtig“ getragen hatte und dann auf der Polizeistation starb.
Als Journalistin haben Sie zu Gesundheitspolitik und anderen Themen gearbeitet, nun aber beschäftigen Sie sich konzentriert mit dem Land Ihrer Geburt. Wie ist das für Sie?Markus Wächter/Berliner Zeitungim Iran geboren und in Deutschland aufgewachsen, ist ausgebildete Ärztin und Politikwissenschaftlerin. Sie arbeitet als freie Journalistin zu Rassismus, Frauenrechten und Wissenschaft.
Das wollte ich bewusst machen: Es werden Anklagen erhoben, Urteile gesprochen, Papiere unterzeichnet, die Tötung durchgeführt. So viele Menschen sind involviert, die alle wissen, dass sie Unschuldige hinrichten. Am 8. und am 12. Dezember wurden die ersten beiden Hinrichtungen vollzogen. Das hat mich schwer und anhaltend erschüttert.Müsste sie, ja. Die deutsche Bundesregierung und auch die EU, weil die auswärtige Politik ja gemeinschaftlich sein soll.
Im Moment gibt es im Iran wenige Beschränkungen in der Internetgeschwindigkeit. Man muss natürlich brisantes Material verschlüsselt senden, aber ich habe gerade ungehindert Kontakt. Wir sollten vorbereitet sein, wenn das Regime das Netz wieder drosselt. Denn das ist ja die größte Angst, die sie haben: dass die ganzen Verbrechen öffentlich werden.
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