28 Jahre nach dem Massaker leben Serben und Bosniaken in Srebrenica wieder nebeneinander. Über die Ereignisse redet man jedoch immer noch nicht.
SARAJEVO taz | Seit die serbischen Radikalen wieder damit drohen, den Staat Bosnien und Herzegowina unregierbar zu machen, ihn sogar in Stücke zu reißen, ist für die Überlebenden des Massakers vom 11. Juli 1995 in Srebrenica alles noch komplizierter geworden. Hier an dem Ort, wo die weit über 6.
Unter ihnen auch die ihres Sohnes und Ehemannes, einem ehemaligen Direktor der Bauxitmine von Srebrenica, deren Gebeine erst lange Jahre danach geborgen werden konnten. Und natürlich erinnert sie sich, welche erneuten Erniedrigungen, welche Übergriffe und Beleidigungen die überlebenden Opfer und sie selbst kurz nach dem Krieg aushalten mussten, um ihrer ermordeten Angehörigen zu gedenken.
Plötzlich waren 1992 viele der serbischen Bewohner der Stadt verschwunden, sie waren zu den Angreifern übergelaufen, die Stadt wurde dann umzingelt und beschossen. Vom Berghang oberhalb des Stadtzentrums mit der wiederaufgebauten Moschee und der orthodoxen Kirche liegen die Häuser dicht an dicht. Srebrenica liegt langgestreckt in einem engen Tal, das sich hin zu dem ehemaligen Industriegebiet in Potočari ausweitet.
Wie die von Azir Osmanović, damals 13 Jahre alt, jetzt führt er Besucher durch die Anlage. Er war unter jenen, die am 12. Juli 1995 vor den Hallen standen und darauf warteten, ausgesiebt und zu den Bussen zugelassen zu werden. Männer nach links, Frauen und Kinder nach rechts. Die Frauen sollten nach Tuzla ins freie Gebiet gebracht werden, die Jungs unter 12 auch. Er war schon 13, aber kleinwüchsig. „Ich habe mich damals noch kleiner gemacht“, sagt er.
Erinnerung aufleben lassen als Art Therapie Hasan Hasanović, ebenfalls Überlebender, hat damals seinen verwundeten Zwillingsbruder Kilometer um Kilometer durch die Wälder geschleppt. Der Bruder starb, er konnte ihn nicht retten, es gelang ihm aber selbst, die befreite Zone um Tuzla zu erreichen. Auch er ist nach Potočari zurückgekehrt und schildert den Besuchern mit großer Geduld und ausführlich die Ereignisse von damals.
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